Der letzte Trapper

24.10.2005
Nun ist der Sommer entgültig rum und die Zeit der langen Nächte bricht an. Ein Trapper hat seine Lodge noch stehen und will versuchen, an den Wochenenden der "Wildniss" zu trotzen. Die erste Runde geht von heute bis nächsten Dienstag. Wie und wie lange er durchhält werden wir hier Tagebuchartig veröffentlichen.

07.11.2005
Der letzte Trapper hat noch nicht mit der Unbill der Natur zu kämpfen, lag doch die kälteste Nacht der letzten zwei Wochenenden bei immerhin noch + 4°C - noch kein Grund im Zelt zum schlafen Feuer zu machen. Natürlich wurde morgens für den Frühstückskaffe angeheizt. Um die ab 5 Uhr aufkommende Feuchtigkeit zu vertreiben reicht noch eine durchgehend brennende Petroliumlampe, denn die Felle im Bett dürfen nicht feucht werden. Kälte ist (noch) kein Thema.

14.11.2005
...Das Wetter meint es noch gut mit dem letzten Trapper und seiner Frau. Wenn morgens die Sonne über die dürren Baumwipfel steigt, bietet sich ein herrliches Bild unserer schönen Umgebung. Das Zelt steht schon das ganze Jahr und der Boden ist hart und trocken. Feuchtigkeit hat noch keine Chance. Wenn Freitags eingerichtet ist muß Holz gehackt werden. Auch am Grundstück ist noch einiges auszubessern. Die Abende werden lang aber nicht langweilig, es sind immer einige Clubmitglieder dabei. Die Nächte sind interessant, seit der 35 Kilo schwere Berner Sennenhund entdeckt hat, dass es zwischen den Fellen im Bett bequemer ist als neben der Vorratskiste. Es wird eine breitere Liegestatt in Erwägung gezogen...

 

25.11.05 Der erste Schnee. Nun wird's interessant! Die Tagestemperatur liegt um 0°. Mal sehen was die Nächte bringen

29.12. 14:00 Uhr Der Schnee kam und ging, aber nun hats den letzten Trapper erwischt. Jetzt ist Winterlager! Zum Glück ist genug Holz da.

Oben: Das Vorsegel kämpft mit der Last des Eises und ist Bretthart gefroren.

Da unser "Multi-pole shelter" einen sehr großen Eingang hat ist die Wärmeisolierung nicht sogut wie beim Tipi, aber es geht noch. Die kälteste Nacht lag bei -14° Aussentemperatur, da sind +10° im Tipi recht angenehm. Und damit man Nachts nicht raus muß, werden wir unsere Ausrüstung um einen guten alten Nachttopf bereichern.

 

03.01.06 Er sieht noch ganz vergnügt aus, unser letzter Trapper. Unangenehm sind der kalte Wind und die nassen Mokassins. Aber er hat einen Kameraden bekommen.

Old Ed hat Schnee geschippt und sein Tipi aufgebaut.

Die Sonne taut langsam das Eis vom Vorsegel, heisser Kaffee mit einem Schuß Whisky sorgt für ein heimeliges Gefühl im Bauch.

Es läßt sich durchaus leben...

Es fehlt einfach die Übung - wie funktioniert doch gleich die Bindung der Schneeschuhe?

 

AH ja! Geht doch

Nun haben wir schon Anfang März. Die Kids haben noch Schnee zum spielen und in der Hütte wird schon kräftig für die neue Saison gebastelt. Der letzte Trapper hat durchgehalten und war jedes Wochenende vor Ort. Kälte ist kein Thema, da kann man was gegen unternehmen. Unangenehm sind die Feuchtigkeit, klamme Socken und nasse Moc's (der Topf hat sich bewährt, das Bett bleibt so breit).

31.03.06 Der Schnee ist weg und die Frühjahrstürme haben am Tipi genagt. Der Stoff war vom Eis zermürbt und hat nicht mehr standgehalten. Es geht eben nur, wenn man immer 'drin wohnt. Old Ed hatte die paar Tage, die er dabei war, durchgehend Feuer. Dann ist es kein Problem. Aber immer nur am Wochenende einräumen und den Rst der Woche die Behausung den Naturgewalten überlassen rächt sich sehr schnell.

Nun gut, jetzt braucht der letzte Trapper eine neue Hütte, diesmal aber ein richtiges Tipi (weil kleiner Eingang und viel warm).


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